Nachdem das Verkehrsaufkommen auf der Berninabahn nach nur drei Betriebsjahren bereits erheblich zugenommen hatte, wurden 1911 drei weitere Triebwagen bei der Schweizerischen Industrie Gesellschaft SIG und Alioth bestellt und in Betrieb genommen. Die Wagen mit der Bezeichnung BCFe 4/4 Nr.21 bis 23 waren mit ihren Vorgängerinnen BCe 4/4 Nr.1 bis 14 von 1908 und 1909 bis auf den etwas verlängerten und mit einem zusätzlichen Gepäckabteil versehenen Wagenkasten weitgehend identisch.

Alle 17 Motorwagen erhielten aufgrund des starken Gefälles auf der Berninalinie von 70‰ von Beginn weg zusätzlich zur Vakuumbremse Rekuperations-, Widerstands- und Magnetschienenbremsen. Vier 750 Volt - Gleichstrommotoren der Bauart Tatzlager sorgten mit insgesamt 280 PS für den Vortrieb.

Der aufgrund der grossen Nachfrage stetig steigende Energiebedarf und die in Zusammenhang mit der Leistungsübertragung bei Gleichstrom stehenden physikalischen Schwierigkeiten machten 1935 eine Erhöhung der Netzspannung von 750 Volt auf 1000 Volt erforderlich. Mit den entsprechenden Anpassungen an der Fahrzeugelektrik erhöhte sich dadurch die Leistung der Triebwagen von 280 PS auf 360 PS: Statt wie bis anhin 18 km/h erreichten nun die Triebwagen auf Bergfahrt bei 70‰ Steigung eine Maximalgeschwindigkeit von 24 km/h.

1953 erfolgte eine weitgehende Totalrevision der Fahrzeuge: Neben der Erneuerung des elektrischen Teils wurde der Wagenkasten neu verblecht: Die alten Blechtafeln, welche einzeln auf einen Unterbau aus Holzspannten aufgeschraubt wurden, ersetzte die Rhätische Bahn RhB durch eine Schweisskonstruktion. Mit Hilfe dieser Bauart konnte das Karosserieblech gespannt werden. Die an klassischen Fahrzeugen weitläufig bekannten Rippen über den Blechstössen wurden so hinfällig. Neben der stark verbesserten Dichtheit des Chassis gegen Feuchtigkeit, Regen- und Schmelzwasser provitierte so das Fahrzeug vor allem von einer markannt verbesserten Torsionssteiffigkeit der Karosserie.
Rein äusserlich fällt der Umbau durch eine modernere Erscheinung dank dem Fehlen der Rippen, der aufgrund der Kerbwirkung allseitig abgerundeten Fenster und durch den Scherenpantographen auf, welcher die altehrwürdigen und für die Bernina - Bahn typischen Lyrastromabnehmer ersetzte.
Die Fahrmotoren wurden durch stärkere Modelle ersetzt. Die maximale Anhängelast erhöhte sich dadurch bei einer Steigung von 70‰ von 20 t auf 40 t. Die S.A. Société ateliers de Sécheron SAAS in Genf lieferte zudem eine vollständig neue elektrische Ausrüstung für eine Betriebsspannung bis 2500 Volt Gleichstrom. Diese ermöglichte neben dem Einsatz des Triebwagens auf der Bernina - Linie das Fahren auf der Strecke Chur - Arosa (ehem. 2400 Volt). Von der 1911 durch die Alioth-Werke in Münchenstein gelieferten elektrischen Ausrüstung wurde lediglich die Vakuumpumpe inklusive zugehörigem Kontroller, sowie die Magnetschienenbremse weiterverwendet.
Auch das Interieur erfuhr einige Veränderungen: Auf das Gepäckabteil wurde im Rahmen des Umbaus verzichtet und so verkehrte die ehemaligen BCFe 4/4 fortan mit der Bezeichnung BCe 4/4. Diese Änderung lässt erkennen, dass es sich auch nach der Revision um ein Motorwagen für Fahrgäste der 2. und 3. Klasse handelte. Mit der Abschaffung der 3. Klasse wertete die RhB die Fahrzeuge 1956 zu 1.- und 2.-Klassmotorwagen mit der Bezeichnung ABe 4/4 auf.

Die Rhätische Bahn RhB konnte mit einer Umlackierung der beiden Triebwagen TW 30 und TW 34 vom aktuellen RhB - Rot auf Gelb auch auf der Bernina - Linie ihre Fahrzeugflotte um zwei nostalgisch anmutende Triebfahrzeug ergänzen. Mit viel Liebe zum Detail wurde mit diesem neuen Outfit, das am 4.11.2000 erstmals mit dem TW 30 der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte, Fahrzeuge geschaffen, welche das Ambiente einer vergangenen Bahn - Epoche in einer wunderbaren Weise wieder aufleben lassen. Der Rhätischen Bahn sei an dieser Stelle für diese Werke herzlich gedankt.

Von der Inbetriebsetzung anno 1911 bis zum grossen Umbau von 1953 verkehrte die Triebwagen in der gelben Farbgebung. Lediglich die Beschriftung aller Fahrzeuge wurde 1944 im Rahmen der Fusion der Bernina - Bahn mit der RhB geändert: Dabei wurde das klassische "Bernina" durch "RhB" ersetzt. Die ab 1953 verwendete Farbgebung war grün-crème. Im Zuge der allgemeinen Umlackierung der RhB-Fahrzeuge, erfolgte 1966 das neue Outfit im Verkehrsrot, welches diese Motorwagen bis vor kurzem behielten.

Das Feststellen des genau verwendeten gelben Farbtones gestaltete sich als schwierig, da - wie bereits erwähnt - in den Fünfzigerjahren die Karosserien aller Fahrzeuge dieser Serie neu verblecht wurden: Ältere Farbschichten sind aus diesem Grunde unter den neuzeitlichen roten und grünen Farbschichten nicht mehr auszumachen. Ebenfalls handelt es sich bei den Bilddokumenten aus der Anfangszeit der Bernina-Bahn meist um Schwarzweissphotographien oder um handkolorierte Postkarten. Beides lässt keinen zuverlässigen Schluss auf den wirklich verwendeten Farbton zu.

Das Postgelb des Berninatriebwagens ist aber keinesfalls eine willkürlich getroffene Farbwahl der Verantwortlichen der RhB: Wie ein sehr seltenes altes Farbphoto von Herrn P. Willen bestätigt, verkehrten die Bernina - Fahrzeuge vor Erhalt der grünen Lackierung in einem postgelben Farbkleid.
Ungesicherten Berichten und Annahmen zufolge befuhren zur Gründungszeit der Bernina - Bahn die Fahrzeuge die Linie zwischen St. Moritz und Tirano in einem hellen, eierschalenfarbenen Anstrich, welcher erst später zum Postgelb abgedunkelt wurde.

Während der Sommermonate verbinden die beiden Fahrzeuge in Doppeltraktion täglich St. Moritz mit Alp Grüm als Touristenattraktion.