1925 wurde der erste Prototyp der 241-A an die damalige französische Ostbahn EST geliefert. 1931 und 1932 folgte diesem dann eine Lokserie von insgesamt 40 Maschinen. Parallel zu dieser Lieferung wurden 1931 weitere 49 Exemplare von der damalige französische Staatsbahn ETAT in Dienst gestellt. Bei der ETAT konnte dieser Loktyp allerdings nicht überzeugen: Der durch das hohe Achsgewicht und die relativ starre Konstruktion verursachte Schienenverschleiss war der ausschlaggebende Grund für den Wiederverkauf aller 49 Maschinen an die EST.
Im Gründungsjahr der heutigen französischen Staatsbahnen SNCF, 1938, wurden von der ehemaligen EST alle 90 Lokomotiven in den neuen Fahrzeugbestand übernommen: Die Lokomotiven verkehrten fortan unter der Betriebsnummer 241-A-1 bis 241-A-90.

Die 241-A verfügen über Vierzylinder-Verbundtriebwerke der Bauart deGlehn: D.h. die äusseren Hochdruckzylinder arbeiten auf die zweite, die innenliegenden Niederdruckzylinder auf die erste Triebachse.

Dieser Lokomotivtyp war die erste europäische "Mountain". Zur Zeit ihrer Inbetriebsetzung war sie die grösste und leistungsfähigste Dampflok Europas.

 

ETAT 241 001
SNCF 241-A-1

ETAT 241 002 bis 241 090
SNCF 241-A-2 bis 241-A-90

Baujahr

1925

1931/32

Erbauer

Fives Lille

Länge über Puffer

26'810 mm

Gesamter Achsstand

21'400 mm

Leergewicht

141 t

Dienstgewicht

197 t

Adhäsionsgewicht

Kohlenvorrat

9 t

Wasservorrat

Triebraddurchmesser

1950 mm

Laufraddurchmesser

920 / 1080 mm

Dampfmaschine

Vierzylinder-Verbundtriebwerke der Bauart deGlehn

Zylinderdurchmesser Hochdruck

450 mm

Zylinderdurchmesser Niederdruck

660 mm

Kolbenhub Hochdruckzylinder

720 mm

Kolbenhub Niederdruckzylinder

720 mm

Steuerung

Walschart/Heusinger, Kolbenschieber

Rostfläche

4.4 m^2

Heizfläche feuerberührt

317.4 m^2

Heizfläche gesamt

Kesseldruck

20 bar

Indizierte Leistung

3500 PS

Spitzengeschwindigkeiten

110 km/h (100 km/h bei 0.5% und 800 t)

Während ihres Einsatzes bei der SNCF wurden die 241-A hauptsächlich auf folgenden Linien in Ostfrankreich eingesetzt: Magistrale Paris - Straßburg - Magistrale Paris - Basel.

In den Jahren 1960 bis 1965 rangierte die SNCF nach ca. 30 Dienstjahren die Maschinen des Typs 241-A zugunsten modernerer Diesellokomotiven aus. Die meisten dieser Lokomotiven vielen dem Schneidbrenner auf dem Schrottplatz zum Opfer. Lediglich zwei Exemplare sind der Nachwelt erhalten geblieben: Die 241-A-1 im Eisenbahnmuseum in Mulhouse (F) und die mittlerweile in der Schweiz beheimatete 241-A-65.

Die 241-A-65 wurde am 16. August 1931 als erste der 49 Lokomotiven mit der Betriebsnummer 241 001 an die ETAT geliefert. Im Depot Batignolles beheimatet verkehrte sie hauptsächlich auf der Linie Cherbourg - Le Havre. Mit der Verstaatlichung der französischen Privatbahnen folgte am 1. März 1939 die Übernahme der Lok durch die neu gegründete SNCF, was ihr die neue Betriebsnummer 3 - 241 A 1 eintrug.

Mit der Besetzung von Frankreich durch die Deutschen Truppen im 2. Weltkrieg wurden viele französische Lokomotiven von der Deutschen Reichsbahn requiriert. So fand auch die 241-A-65 vermutlich im Bahnbetriebswerk Erfurt eine neue Heimat. Während der folgenden Kriegsjahre befuhr die Lok die Linie Bebra-Leipzig.
Nach dem Kriegsende kehrte die 241-A-65 am 27. Januar 1946 in den Bestand der SNCF zurück.Nach einem nur einjährigen Aufenthalt im Depot Le Mans (Région Ouest) erfolgte im Depot Chaumont (Région Est) eine weitere Umnumerierung zur 1 - 241 A 301. Aber auch diese Betriebsnummer sollte nicht die letzte sein: Seit dem 24. Mai 1950 trägt die Lokomotive die auch heute noch gültige Bezeichnung 241-A-65.

Am 23. Juli 1965 wurde die 261-A-65 ausgemustert, durfte aber im Depot Chaumont bis im Mai 1968 ein bescheidenes Dasein als Heizlokomotive fristen. Damals rettete der Zürcher Armin Glaser die Lok vor dem Abbruch, indem er sie mit Unterstützung des Depotchefs von Chaumont erwarb und in die Schweiz transportierte.

Nach einer rein kosmetischen Instandstellung durch die Depotinspektion Zürich der SBB zählte die Lokomotive ab 1978 zu den Ausstellungsobjekten im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. 1982 war es die Oswald Steam in Samstagern und 1989 der damalige "Club 241-A-65", welche die Maschine übernahmen und letztendlich nach St.Sulpice zur Vapeur Val-de-Travers (VVT) überführten. Ende 1996 konnte die Lok im DB-Ausbesserungswerk in Meiningen einer umfangreichen Totalrevision unterzogen werden.
Am 1. September 1997 wurde die 241-A-65 zum ersten Mal nach 32 Jahren wieder unter Dampf gesetzt und, nach der offiziellen Wiederindienststellung durch die deutschen Sachverständigen, am 1. November mit einer Extrafahrt der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Die 241-A-65 hat nach der Instanstellung im DB-Ausbesserungswerk Meiningen die Zulassung für das Schienennetz der Schweiz, Deutschland und Frankreich erhalten. Bleibt zu hoffen, dass uns die grösste verbliebene betriebsfähige europäische Dampflok noch lange erhalten bleibt!

* * *

Betreut wird das Fahrzeug vom eigens gegründeten "Verein 241-A-65", dessen Präsident der Eigner der Maschine ist. Seit Anfang Mai 2000 ist die Lok im Depot der RMT in Burgdorf eingemietet.

Am 21. August 1999 führte die von der EUROVAPOR organisierte Extrafahrt von Basel via Olten, Bern und Lausanne nach Montreux und schliesslich über Lausanne, Yverdon, Biel und Olten wieder zurück nach Basel. Während der Morgenstunden entstanden am Streckenabschnitt Basel - Olten, entlang der alten Hauensteinlinie bei Buckten und Läufelfingen, die auf dieser Seite gezeigten Bilder.